Voll im Trend:

In Friedrichsthal gibt es demnächst einen Unverpacktladen!


Von links nach rechts: Birgit Klöber (Inhaberin von Unverpackt Saarbrücken), Petra Pütz, Bürgermeister Schultheis, Alexandra Pütz, Heidrun Keller (Vermieterin)

Bei einem ersten Vor-Ort-Termin konnte sich Bürgermeister Schultheis über das in ehemals von Möbel Goerisch genutzten Räumlichkeiten in der Saarbrücker Straße 39 entstehende Einzelhandelsgeschäft informieren. Dabei war zu erfahren, dass das Grundkonzept des neuen Geschäftes auf den Unverpacktläden beruht, von denen es mittlerweile 147 in Städten und mittlerweile auch Vororten gibt. Dazu kommen weitere 139 Läden, die noch in Planung sind.

Vor zwei Jahren wurde in Saarbücken der erste Unverpacktladen im Saarland eröffnet. Nun ist es an der Zeit, dieses Ladenkonzept in die Vororte und kleineren Städte auszudehnen.
Wer in den Laden kommt, bringt sich seine eigenen Behälter mit, um sich z.B. die Nudeln oder den Reis etc. aus den sogenannten Bulk Bins, also den großen Behältern mit Trockenwaren, portionsweise abzufüllen. So kann der Kunde selbst bestimmen, welche Menge er kauft. Als Behälter kann dafür alles dienen, was sauber und verschließbar ist: das ausgewaschene Marmeladenglas vom Frühstück, ein Baumwollbeutel, die Tupperdose, die alte Bäckertüte, und und und. Natürlich wird es auch passende Behältnisse zum Kaufen geben.

Die Drogerieecke bietet den Kunden/Kundinnen die Möglichkeit, Hygieneartikel verpackungsarm, manche sogar verpackungsfrei und ohne Plastik zu erwerben.
Vom festen Shampoo, über die Bambuszahnbürste bis zu Produkten für die weibliche Monatshygiene wird alles vorhanden sein.

Auch für den Haushalt gibt es mittlerweile viele Alternativen. So können Putz- oder Waschmittel bequem in alte Putzmittelflaschen abgefüllt werden. Unter die Rubrik Delikatessen werden vorzugsweise regional erzeugte Produkte fallen, wie Chutneys, Öle oder Aufstriche. Zum Verweilen lädt eine gemütliche Sitzecke ein, in der man einen Kaffee, Tee oder ein Kaltgetränk mit einem kleinen Snack genießen kann oder man stöbert im offenen Bücherregal nach einer neuen Lektüre.

Wer selbst gerne gestalterisch tätig ist, etwas herstellt und kreiert, kann sich hier in der Kunsthandwerksecke ein Regal oder eine Fensterbank mieten, um seine Produkte und Kunstwerke auszustellen.

Das Ziel von ,,Unverpackt leben“ ist die Reduktion von Plastikabfällen und die Gesellschaft auf dem Weg in ein nachhaltigeres Leben zu unterstützen und zu begleiten. Durch das vielfältige Angebot, kann jeder für sich einen Schritt machen in Richtung „weniger Müll produzieren (less oder zero waste)“. Sei es, dass die Plastikzahnbürste durch eine Bambuszahnbürste ersetzt wird oder der Nudelvorrat mit einem Glas oder Säckchen aufgefüllt wird. Man muss nicht gleich seinen kompletten Wocheneinkauf im Unverpacktladen tätigen. Wie bei allen Veränderungen, darf jeder für sich selbst, Schritt für Schritt wählen, was für ihn/sie persönlich passt.

Ein weiteres Ziel ist es, regionale und lokale Produzenten und Bauern zu unterstützen und bevorzugt deren Waren zu kaufen, damit die regionale Landwirtschaft und Wirtschaft angekurbelt wird.
 
Im Friedrichsthaler  „Unverpacktladen“ soll ein Ort entstehen, an dem Menschen sich eine kleine Auszeit gönnen, Freunden und Familien begegnen können und sich Informationen über Nachhaltigkeits- und Umweltthemen aneignen, daher soll er unter der Bezeichnung
„Unverpackt leben – regional in Friedrichsthal“ an den Start gehen.

Dies gelingt durch eine gemütliche Atmosphäre, Angebote von Getränken und Snacks und wird durch Literatur, Vorträge, Workshops und ähnlichen Veranstaltungen unterstützt.

„Unverpackt leben“ richtet sich an alle, die
- sich für nachhaltigen Konsum interessieren
- sich gerne bewusst, ökologisch, regional und gesund ernähren
- regionale Produzenten und Landwirte unterstützen wollen
- mehr erfahren wollen über die Plastikproblematik und passende Lösungen
- bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren
- gerne einen leckeren Kaffee trinken, was Kleines essen und dabei ein Gespräch führen möchten.

Leiterin dieses neuen Projektes ist die 33-Jährige Alexandra Pütz, aufgewachsen und schon immer wohnhaft in Friedrichsthal. Sie ist gelernte Erzieherin und hat beschlossen, nach 10 Jahren diesen Beruf zu verlassen und den Traum eines eigenen Ladens zu verwirklichen.
Sie befasst sich bereits seit Längerem mit den Themen Nachhaltigkeit, Ernährung und Konsum.  Mit zum Team gehören Familie und Freunde, die alle ihre besonderen Kompetenzen mit einbringen. In der Startphase steht ihr auch die Mentorin Birgit Klöber vom Saarbrücker Unverpacktladen zur Seite.

Momentan befindet man sich im Endspurt des „Crowdfundings“. Über 130 Menschen haben das Projekt schon tatkräftig unterstützt – und wie Alexandra Pütz stolz betont, „es werden täglich mehr“. Weitere Informationen finden sich unter www.startnext.com/unverpacktladen-friedrichsthal. Wer das Projekt unterstützen möchte, möge sich an Alexandra Pütz (AlexandraPuetz@gmx.net) wenden.

Wie Alexandra Pütz im Gespräch mit Bürgermeister Schultheis verdeutlichte, wird man jetzt mit Nachdruck die Renovierung und Einrichtung des Ladens aufnehmen, sodass Anfang April 2020 die Türen für die Kunden geöffnet werden können. Bürgermeister Schultheis begrüßt dieses Projekt gleich aus mehrfacher Sicht: Nicht nur, dass hier ein neues zeitgemäßes Geschäftsmodell in Friedrichsthal etabliert wird, auch ein Leerstand an prominenter innerörtlicher Stelle kann vermieden werden.