Eine Wehr, der die Bürger (und Bürgerinnen) vertrauen können!

Freiwillige Feuerwehr stellt Einsatzbereitschaft bei Jahreshauptübung eindrucksvoll unter Beweis


Bevor es zum gemeinsamen Verzehr leckerer Leberknödel ging, versammelten


sich all die Beförderten und Ausgezeichneten zu einem Gruppenbild

Am Samstag, 28. September 2019 fand die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsthal unter aufmerksamer Beobachtung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger statt.
Die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute probten am Firmensitz der Fa. EverFlourish Europe im Gewerbegebiet Helenenhalde. In diesem Komplex, bestehend aus Hauptgebäude mit Lager und Büroräumen, werden Elektroteile, Kunststoffe und Verpackungsmaterial gelagert. Ganz in der Nähe befindet sich noch das Lager der Firma SMS Medipool, ein Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich des Gesundheitsmarktes. Hieraus ist schon eine gewisse Gefahrenlage zu erkennen.

Aber noch ehe die Aktivenwehr zum Einsatz gelangen sollte, zeigte die höchst engagierte Jugendfeuerwehr, was sie zu leisten imstande ist. Dafür sollte man ihr im Nachgang bei der Übungsbesprechung noch großes Lob und Anerkennung zollen. Andreas Lorang und sein Team haben hier über die Zeit herausragende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geleistet und schaffen damit eine unverzichtbare Basis für die Nachwuchsgewinnung der aktiven Wehr.  Der stellv. Jugendbeauftragte im Regionalverband, Mathias Martini, lobte den zügigen und begeisterten Einsatz der Floriansjünger. Die Jugendarbeit in Friedrichsthal sei nachahmenswert und so galt sein Dank einerseits den Betreuern, andererseits aber auch den Eltern, die ihre Jüngsten verlässlich zu den Treffen bringen. Andreas Lorang, durfte sich über einen Spendenumschlag freuen, diese Anerkennung unterstützt die Arbeit mit dem Nachwuchs und motiviert für die Zukunft.
 
Die zum Einsatz gerufenen Rettungskräfte, unter ihnen auch die Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes, mussten sich mit folgender Lage auseinandersetzen:

Auf dem Dach der Firma waren Dachdecker bei der Arbeit, aufgrund eines technischen Defektes begann das Baustellenfahrzeug, das unmittelbar vor einem Hallentor abgestellt war, zu brennen. Auf dem Fahrzeug werden zwei Gasflaschen mitgeführt.

Das Feuer griff über ein zu diesem Zeitpunkt geöffnetes Tor auf das Lager und den Dachbereich über. Im Lager befanden sich drei Mitarbeiter, die aufgrund der starken Rauchentwicklung die Orientierung verloren. Wegen der Hitzeentwicklung konnten sich die zwei Dachdecker nicht mehr über die Leiter, die direkt neben dem Baustellenfahrzeug aufgestellt war, vom Dach retten. Im Bürogebäude befand sich bei Ausbruch des Brandes eine Person, die ebenfalls wegen des starken Qualmes den Ausgang nicht mehr finden konnte. Seitens der Bauarbeiter wurde der Notruf abgesetzt. Die Alarmierung der Feuerwehr Friedrichsthal erfolgte über die Haupteinsatzzentrale Saarbrücken. – Soweit das angenommene Szenario.

Gemeinsam mit den DRK Ortsvereinen aus Friedrichsthal und Dudweiler probten die Ehrenamtler den Ernstfall.  Die Dachdecker wurden mit der Drehleiter gerettet, derweil sich mehrere Trupps den Weg in das Gebäudeinnere bahnten. Mit Steckleitern und Fluchthauben wurden alle Personen gerettet und das DRK übernahm die Erstversorgung an einem eigens eingerichteten Verbandsplatz, wo alle nötigen Erstmaßnahmen bis zur Transportfähigkeit der Verletzten eingeleitet werden konnten.

Bei der sich anschließenden Übungsbesprechung in der Feuerwache Grubenstraße konnte Wehrführer Dieter Altmeier zahlreiche interessierte Gäste begrüßen, unter ihnen viele Ratsmitglieder. Bürgermeister Rolf Schultheis wandte sich an die Versammlung und sprach den Übungsteilnehmern Dank und Anerkennung für die gezeigten Leistungen aus. Diese Übung habe wieder einmal bewiesen, wie gut die Friedrichsthaler Wehr aufgestellt ist: einerseits durch eine funktionsgerechte Ausstattung, vor allem aber aufgrund einer perfekten Ausbildung. Damit sei man in der Lage, mit unterschiedlichsten Situationen umzugehen und die richtigen Schritte und Maßnahmen einzuleiten. Stadtrat und Stadtverwaltung hätten die Feuerwehr stets unterstützt und tragen somit zur Sicherheit der Bevölkerung bei. Er dankte allen Übungsteilnehmern, einerseits als Bürgermeister und Chef der Wehr – andererseits aber auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger für das unvergleichliche Engagement der Männer und Frauen der Friedrichsthaler Feuerwehr.
 
Reiner Schwarz übernahm in seiner Funktion als Ehrenbrandinspekteur die Aufgabe, eine fachkundige Bewertung zur stattgefundenen Übung abzugeben. Als langjähriger Kenner der Friedrichsthaler Wehr und profunder Fachmann der Materie betonte Schwarz, dass es sich um ein sehr komplexes, aber auch realitätsnahes Übungsszenario gehandelt habe. Denen, die diesen Entwurf entwickelten, zollte er seine Anerkennung.

Unmittelbar nach der Alarmierung war der Löschbezirksführer von  Bildstock, Mark Bergmann, in seiner Eigenschaft als Übungsleiter im Kommandofahrzeug zum Einsatzort gelangt und konnte sich einen Überblick über die Lage verschaffen. Die Einsatzabschnitte Bürogebäude und Lagerhalle wurden von ihm in Verantwortungsbereiche  getrennt  und die Menschenrettung wie auch die parallel dazu verlaufende Brandbekämpfung wurden in vorbildlicher Weise umgesetzt.

Sehr positiv wurde von Reiner Schwarz aufgenommen, wie wichtig man die Sicherheit der eigenen Kräfte in Sachen Atemschutz nahm und dass sehr zügig das betroffene Gebäude rauchfrei gestellt wurde. Die erforderliche Wasserversorgung konnte mit dem eigenen Tanklöschfahrzeug sichergestellt werden. Reiner Schwarz merkte noch an, dass auch der „GW-Öl“ zum Einsatz gerufen wurde, da von dem Auslaufen gefährlicher Flüssigkeiten auszugehen war. Damit nichts in die Kanalisation eindrang, hatte man die betroffenen Einläufe fachkundig abgesichert.

In der Nachbesprechung zollte Ehrenbrandinspekteur Reiner Schwarz der Friedrichsthaler Wehr und dem beteiligten DRK Anerkennung für die bewiesene hohe Professionalität und außergewöhnliche  Motivation. Schwarz wörtlich: „ihr versteht euer Handwerk – die Bürgerinnen und Bürger von Friedrichsthal können sich auf euch verlassen und ruhig schlafen!“

Traditionell gehören zur Nachbesprechung bei der Jahreshauptübung auch die Vornahme von Beförderungen und die Verleihung von Ehrungen: So stand in diesem Jahr die Ernennung zu Feuerwehrmann-Anwärtern resp. zur Feuerwehrfrau-Anwärterinnen von Melanie Lang, Sascha Lang, Andrea Lillig und Manuel Zewe an.

Zu Feuerwehrmännern wurden die Anwärter Fabian Britz, Julian Huwig, Oliver Marx
Thomas Stöckel, Manfred Hans-Jörg Warken und  Jan Wolf befördert.

Zu Oberfeuerwehrmännern wurden die Feuerwehrmänner Janek und Jens Altmeier, Sascha Friedrichs und Thomas Kilian befördert.

Über ihre Beförderung zu Löschmeistern durften sich die Oberfeuerwehrmänner Karl-Heinz Plein und Marc Radlicki freuen.

Die bisherigen Oberlöschmeister Alexander Greß, Klaus-Peter Meier und Thomas Vogt wurden zu Hauptlöschmeistern befördert.

Hauptlöschmeister Benjamin Wölflinger wurde zum Brandmeister befördert.

Der frühere Wehrführer Hauptbrandmeister Hans-Jürgen Wilhelm wurde mit überaus anerkennenden Worten für den vom ihm geleisteten Einsatz und die Bereitschaft sich in überragender Weise dem Dienst für die Gesellschaft zu widmen, in die Ehrenabteilung, die sog. Alterswehr, überführt.

Für 20 Jahre Dienst in der Feuerwehr wurden Oberlöschmeister Sven Leiser, Brandmeister Martin Eickhoff und Oberlöschmeister Cory Sing durch Bürgermeister Schultheis geehrt und ausgezeichnet, auch Pfarrer Torsten Huwald gehört seit 20 Jahren der Wehr an und ließ in der Funktion als Feuerwehrseelsorger den von Unglücksfällen Betroffenen Trost und Unterstützung zukommen, hierfür dankte Bürgermeister Schultheis ihm mit besonders herzlichen Worten.
 
Mit dem silbernen Feuerwehrehrenzeichen am Bande wurden Hauptbrandmeister Dieter Altmeier sowie die Hauptlöschmeister Frank Schneider und Mark Strauß in Anerkennung ihres 35-jährigen aktiven Dienstes ausgezeichnet. Die Übergabe der vom Innenminister verliehenen Auszeichnung erfolgte durch Landesbrandinspekteur Timo Meyer.

In Anerkennung seiner 40-jährigen Zugehörigkeit zur Wehr wurde Hauptfeuerwehrmann Stefan Hombrecher durch Winfried Lang vom Feuerwehrverband für den Regionalverband Saarbrücken ausgezeichnet.

Für ihre jeweils 60-jährige Zugehörigkeit erhielten Löschmeister Werner Becker und Hauptbrandmeister Günter Walter aus der Hand von Winfried Lang eine Ehrung. Die Versammlung war von dieser Lebensleistung begeistert, sodass man sich unterschiedslos von den Sitzen erhob und den Jubilaren mit langanhaltendem Applaus die Anerkennung zum Ausdruck brachte.