Stadtbücherei Friedrichsthal lädt zur Lesung

Freitag, 31.März, 18.30 Uhr


Feldpost des Gefreiten Joseph Schmitt von der Ostfront, 1941 bis 1945
 „Bin noch am Leben.“


Der gebürtige Bildstocker, jetzt in Glonn bei München lebende Josef Schmitt (Jahrgang 1943), hat unter diesem Zitat 435 Feldpostbriefe seines Vaters an seine Mutter Susanna als Buch herausgegeben. Es ist jener Satz in den Briefen aus dem Schützengraben, der hoffen lässt, dass Tod und Terror bald enden werden und den er immer dann verwendete, wenn er mit Mühe und Not einer tödlichen Gefahr entronnen ist. so zum Beispiel nach seinen schwersten  Verwundungen in Stalingrad (27.10.1942) und im Brückenkopf Nikopol (4.11.1943).
Die Not der Zivilisten, die er in den Kriegsgebieten der südlichen Ostfront angetroffen hat, entging ihm allerdings auch nicht, wenn er schreibt: „Man sieht so viel Elend, so manches zerstörte Menschenleben … es gibt manches, was man dem Papier nicht anvertrauen mag, und nichts ist für schwache Nerven.“ Immer  wieder berichtet er auch über das Schicksal von Soldaten aus der Heimatgemeinde Friedrichsthal/Bildstock.

Der Sohn sieht es als Vermächtnis der Briefe an, die Erinnerung an die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges nicht versiegen zu lassen, gerade in einer Zeit, da wieder das alte, nationale Gedanken-gut in unserer freien, westlichen Welt Einzug hält und sich als Bewahrer unserer Kultur geriert.
Josef Schmitt liest am Freitag, dem 31. März aus seinem Buch im Sitzungssaal des Friedrichsthaler Rathauses, Schmidtbornstr. 12 A, Beginn ist um 18.30 Uhr.