Wie entstehen Überflutungen und Starkregen?


Im Gegensatz zu Starkregen ist Hochwasser eine zeitlich begrenzte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land durch oberirdische Gewässer. Überflutungen durch Starkregenereignisse entstehen hingegen durch große Niederschlagsmengen, die nicht vom Boden oder der Kanalisation aufgenommen werden, sich entsprechend der Geländetopographie verlagern bzw. sammeln und Schäden verursachen.

Diese Ereignisse sind oft schwer vorherzusagen und treten meist räumlich begrenzt auf.  Wissenschaftler sprechen von Starkregen, wenn innerhalb von 24 Stunden insgesamt 30 mm (30 Liter pro m²) Niederschlag fallen. Am 29. Mai 2018 waren es in einigen lokalen Gebieten des Saarlandes über 80 mm (80 Liter pro m²) in weniger als 90 Minuten. Die Vorwarnzeit bei solchen Naturereignissen ist gering.

Wo liegt die Aufgabe der Kommune im Hinblick auf Fließgewässer und Kanalisation?

Der Entsorgungszweckverband Friedrichsthal hat im Jahr 2018 damit begonnen, zusammen mit der Stadt Sulzbach Starkregengefahrenkarten erarbeiten lassen. Diese stellen nach der Fertigstellung in 2019 die Basis einer ganzheitlichen kommunalen Risikoanalyse dar. Über diese Starkregen-Gefahrenkarte wurden darüber hinaus private Bereiche ermittelt, in denen auf Privatgrundstücken besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten oder in denen eine Bebauung nicht ohne besondere Schutzmaßnahmen empfohlen wird.

Ein Abwasserkanal kann Starkregenmassen grundsätzlich nicht bewältigen. Grund dafür ist, dass diese Kanäle auf einen „Durchschnittsregen“ ausgelegt sind. Alles andere wäre unwirtschaftlich, da größere Kanaldurchmesser in der überwiegenden Zeit nicht funktionieren würden. Denn je größer der Durchmesser gewählt wird, desto mehr Flüssigkeit muss durchlaufen, um die Feststoffe im Abwasser zu transportieren. Abwasserkanäle sind auf lange Zeiträume ausgelegt. Sie können nicht kurzfristig neu gebaut oder erweitert werden. Aber man kann sie optimierter einsetzen.

Aus einem Maßnahmenkatalog wird der EZF zusammen mit der Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang präventive Strategien erarbeiten. Als Bausteine eines Starkregenkonzeptes sind zu nennen, dass z.B. Außengebiete, die geeignet sind, Regenwasser zurückzuhalten identifiziert werden, damit Wasser von dort zeitlich verzögert ins Kanalnetz fließt. Möglich wären zudem, gerade bei starker Hangneigung, Hangbepflanzungen oder Sicherungen mit Steinen oder Staketen zum Geröllrückhalt bzw. zur Vermeidung von Hang-Erosionen.

Wie oben erläutert, funktioniert ein Kanalnetz nicht, wenn es für solche Extremregen ausgelegt werden würde. Insofern ist ein Ausbau des Stauvolumens nicht die Lösung. Vielmehr muss das Regenwasser entweder direkt dem natürlichen Kreislauf zurückgegeben (Einleitung in ein Gewässer oder dort wo möglich in den Untergrund) oder zurückgehalten werden, sodass das Wasser zeitverzögert in den Kanal fließt. Dies ist auch in den deutschen Wassergesetzen so vorgeschrieben.

Wie in der Bürgerversammlung vom 13. November im Friedrichsthaler Rathaus angekündigt, finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf der Homepage des Entsorgungszweckverbandes Friedrichsthal unter
www.ezf-friedrichsthal.de/starkregen die  Broschüren Starkregen mit Informationen zum Schutz vor Starkregen sowie die Starkregenkarten