Stadtteil Maybach

Blick auf die Doppelhäuser der Beamtensiedlung in der Quierschieder Straße
Blick auf die Doppelhäuser der Beamtensiedlung in der Quierschieder Straße

Unterhalb des Quierschieder Kopfes, auf einer Höhe von 320 bis 340 Metern erstreckt sich der Stadtteil Maybach.

Der Stadtteil Maybach ist eine typische saarländische Bergmannssiedlung. Zusammen mit den erhaltenen Betriebsgebäuden zählt die Siedlung zu den wichtigsten und aussagekräftigsten bergbaulichen Ensemble aus der Zeit um 1900.

Die Siedlung ist untrennbar mit der Grube Maybach verbunden. Diese wurde im Jahre 1873 unter dem Namen „Trenkelbachschachtanlage“ gegründet. Nach einem Besuch des preußischen Ministers Albert Maybach 1882 wurde die Anlage zu seinen Ehren nach ihm umbenannt. Unter der Regie des preußischen Bergfiskus, um den Arbeitskräfte in unmittelbarer Nähe zur Grube geeigneten Wohnraum zu schaffen, entstand die Siedlung „Auf der Maybach“.  

Hier werden noch heute ganze Straßenzüge von verschiedenen Typen des bergbauli-chen Siedlungswesens geprägt. Schützenswerte Siedlungselemente sowie ehemalige Verwaltungsbauten sind heute als stille Zeitzeugen einer längst vergangenen Epoche zu besichtigen.

Die beeindruckenden Beamtendoppelhäuser liegen im unteren Teil der Quierschieder Straße und in der Barbara-Straße. Diese kennzeichnen sich im Gegensatz zu den Arbeiterhäusern durch mehr Wohnraum sowie repräsentativere Bauformen mit mehr Schmuckelementen aus. Im weiteren Verlauf der Quierschieder Straße finden sich dann Doppelhäuser für Arbeiter, die durch schlichtere Gestaltung und die größere Entfernung zur Grube erkennbar sind.

Als bauliche Ergänzung der preußischen Beamtensiedlung wurde 1927 unter franzö-sischer Bergverwaltung etwas unterhalb der Schule eine neoromanische katholische Kirche hinzugefügt. Zwei Villen in der Stollenstraße und ein Schlafhaus mit Wirt-schaftsgebäude in der Hauerstraße im Pavillonsystem ergänzen das Ensemble.  

Die Kaffeeküche mit Konsumladen von 1897, im Jahr 1936 erweitert, nahm eine vermittelnde Stellung zwischen Betriebsgelände und Siedlung ein. Nahe dem früheren Werkstor unweit der beiden Hauptzufahrten zur Grubensiedlung gelegen, war sie ein wichtiger Treffpunkt mit umfangreichem Bierausschank für die Bergleute.

Im Jahre 1964 wurde die Grube Maybach als Förderstandort aufgegeben. Die Voll-ständige Stilllegung erfolgte 1981. Im gleichen Jahr wurde Maybach als Ort der le-bendigen saarländischen Industriekultur unter Denkmalschutz gestellt. Als Begrün-dung wurde unter anderem die sozial- aber auch wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung der Siedlung herausgestellt.  

Eine in der Nähe zum Bürgerhaus in der Barbara-Straße aufgestellte Übersichtstafel (in deutsch, französisch und englisch) bietet alle wichtigen Informationen und beschreibt einen Rundwanderweg (über ca. 2 km) zu allen Sehenswürdigkeiten dieses Kleinodes.