Zwei Dörfer im Wald

 

Deutlich ist die Saarbrücker Straße zwischen Bildstock und Friedrichsthal zu erkennen.
Im Jahre 1801 machte der Friede von Luneville den Rhein zur offiziellen Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, so daß die vier besetzten Departements auch staatsrechtlich mit Frankreich vereinigt wurden. Während dieser französischen Zeit gehörte Friedrichsthal zur Mairie (Bürgermeisterei) Dudweiler und der bewohnte Teil Bildstocks zur Mairie Neunkirchen. Erstmals entstanden in dieser Zeit genaue Karten, welchen das metrische System zugrunde lag und die genordet waren. Der Atlas von Beaumier und Calmelet ist von so großer Genauigkeit, daß sich die alten Karteneintragungen präzise mit den heutigen in der Deutschen Grundkarte 1:5000 decken.

Diese Karte (hier ein Ausschnitt aus dem Blatt Friedrichsthal gehört zur Aufnahme
der Rheinlande durch die preußischen Offiziere Tranchot und von Müffling

Als Blücher im ]ahre 1814 mit seinen Truppen bei uns einrückte, hatte die französische Herrschaft über unser Land zunächst ein Ende. Der erste Pariser Friede vom 30. 5. 1814 führte jedoch dazu, daß Friedrichsthal mit dem Kanton Saarbrücken bei Frankreich blieb, während Bildstock, da im Kanton Ottweiler gelegen, zu Deutschland kam und der "Kaiserlich-KöniglichÖsterreichischen und KöniglichBayerischen gemeinschaftlichen Landes-Administrationskommission" unterstellt wurde, die ihrenSitz in Bad-Kreuznach hatte. Rund anderthalb Jahre waren Friedrichsthal und Bildstock demnach durch eine Staatsgrenze voneinander getrennt. Bildstock lag in Deutschland und Friedrichsthal in Frankreich. Erst der zweite Pariser Friede vom 20. 11. 1815 führte dazu, daß auch das Saarbrücker Land mit Friedrichsthal wieder zu Deutschland kam, und zwar zu Preußen. Preußen ordnete seine im Wiener Kongreß erworbenen Besitztümer neu. Friedrichsthal und Bildstock kamen im Jahre 1816 zur Bürgermeisterei Dudweiler im neugeschaffenen Landkreis Saarbrükken. Zu diesem Zeitpunkt hatte Friedrichsthal 360 und Bildstock 61 Einwohner.

Nach langen Kriegs- und Krisenzeiten waren in unserer Heimat zunächst wieder Ruhe und Ordnung geschaffen und die Weichen für den Aufschwung gestellt. Die rasche Aufwärtsentwicklung unserer Stadt wird in den folgenden Beiträgen über die Glashütten und den Bergbau noch eingehend beschrieben.