Richtlinien zur Verleihung des Otto-Weil-Kulturpreises

Richtlinien für die Verleihung des Otto-Weil-Kulturpreises der Stadt Friedrichsthal

(gemäß Beschluß des Stadtrates vom 29.04.1998)

§ 1

Der Otto-Weil-Kulturpreis der Stadt Friedrichsthal ist ein Preis, der für künstlerische Leistungen auf den Gebieten der produzierenden und reproduzierenden Kunst unter besonderer Berücksichtigung des künstlerischen Nachwuchses verliehen wird.

§ 2

Der Begriff der produzierenden und reproduzierenden Kunst umfaßt u.a. folgende Bereiche: Literatur, Musik, Malerei, Zeichnen, plastisches Gestalten, Grafik, Fotografie, textiles Gestalten, Aktionskunst, Schauspiel und Film.

§ 3

Der Preis soll alle 3 Jahre verliehen werden. Über die Verleihung wird eine Urkunde ausgestellt, die vom Bürgermeister unterschrieben wird.

§ 4

Der Preis wird an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die im Saarland oder im benachbarten Kulturraum geboren sind oder ihren ständigen Wohnsitz haben. Sie müssen darüber hinaus zum Saarland eine noch bestehende Beziehung haben. Dabei sollen Künstlerinnen und Künstler mit einer Beziehung zur Stadt Friedrichsthal bei Gleichwertigkeit bevorzugt werden.

§ 5

Der Preis darf nicht ein zweites Mal an denselben / dieselben Künstler / Künstlerinnen verliehen werden.

§ 6

Mit der Verleihung des Preises ist verbunden:

1. Eine Zuwendung von 1.500,--Euro.

2. Bei bildenden Künstlerinnen und Künstlern: Eine Ausstellung durch die Stadt spätestens in dem der Preisverleihung folgenden Jahr. Bei reproduzierenden Künstlerinnen und Künstlern: Eine Aufführung auf Kosten der Stadt in zeitlicher Nähe zur Preisverleihung.

3. Bei bildenden Künstlerinnen und Künstlern: Es kann ein Ankauf im Wert von mindestens 500,-- Euro im Rahmen der haushaltsrechtlichen Beschlüsse des Stadtrates erfolgen.

____________

§ 6 Änderung der Richtlinien (Euro) gem. Beschluss vom 31.10.2001 enthalten

 

§ 7

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Feierstunde.

§ 8

Der Preis wird nicht ausgeschrieben, Bewerbungen sind ausgeschlossen.

§ 9

Der Stadtrat beruft für die Wahl der Preisträgerin bzw. des Preisträgers ein Preisgericht. Das Preisgericht besteht aus mindestens neun Mitgliedern. Mehr als die Hälfte der Mitglieder müssen Fachpreisrichter bzw -richterinnen sein.

 

Dem Preisgericht gehören an:

als Fachpreisrichterinnen bzw. -richter:

  • wenigstens vier Personen, die sich beruflich mit der aktuellen Kunst beschäftigen, wie Professorinnen oder Professoren, Museumsfachleute, Künstlerinnen oder Künstler, Kunsterzieherinnen oder Kunsterzieher
  • zwei kunstsachverständige Fiedrichsthaler Bürgerinnen oder Bürger
  • eine bisherige Otto- Weil-Preisträgerin bzw. ein bisheriger Otto-Weil- Preisträger

als Laienpreisrichterinnen oder -richter:

  • der Bürgermeister
  • die zuständige Sachbearbeiterin bzw. der zuständige Sachbearbeiter
  • jeweils eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der im Stadtrat vertretenen Fraktionen.

Der Bürgermeister führt den Vorsitz im Preisgericht. Die Tätigkeit der Preisrichterinnen bzw. Preisrichter ist ehrenamtlich.

§ 10

Das Preisgericht ist mit neun Stimmen beschlußfähig. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Wird diese Mehrheit im ersten oder einem zweiten Wahlgang nicht erreicht, so tritt eine Stichwahl unter den beiden Bewerberinnen bzw. Bewerbern ein, die im zweiten Wahlgang die höchsten Stimmenzahlen erreicht haben. Bei Stimmengleichheit mehrerer Bewerberinnen bzw. Bewerber sind diese Bewerberinnen bzw. Bewerber gemeinsam einer weiteren Stichwahl zuzuführen. Ergibt sich auch hier nicht die geforderte qualifizierte Mehrheit der Stimmen, so wird in einer weiteren Sitzung des Preisgerichtes über die Kandidatinnen bzw. Kandidaten, die bei der vorherigen Sitzung in die Stichwahl kamen, erneut beraten und abgestimmt. Dieses Verfahren wiederholt sich bis zu einer endgültigen Mehrheitsfindung.

§ 11

Das Preisgericht wählt die Preisträgerin bzw. den Preisträger auf Vorschlag seiner Mitglieder. Die Mitglieder des Preisgerichtes teilen dem Vorsitzenden sechs Wochen vor der ersten Sitzung vertraulich ihren Kandidatenvorschlag mit, der unverzüglich den übrigen Mitgliedern des Preisgerichtes mitzuteilen ist. Dies geschieht in anonymisierter Form. Jedes Mitglied des Preisgerichtes kann nur einen Kandidatenvorschlag abgeben. Während der Sitzungen des Preisgerichtes können keine weiteren Vorschläge gemacht werden. Der Stadtrat nimmt die Wahl der Preisträgerin bzw. des Preisträgers durch das Preisgericht zur Kenntnis.

§ 12

Diese Richtlinien treten mit Wirkung zum 1. Mai 1998 in Kraft.

 

 

Friedrichsthal, den 30.04.1998

Stadt Friedrichsthal

 

W. Cornelius

Bürgermeister

_______________

zuletzt geänderte Fassung vom 31.10.2001

Inkrafttreten am 01.01.2002