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Stadtteil Bildstock

Rechtsschutzsaal in Bildstock, ältestes deutsches Gewerkschaftsgebäude und ein herausragendes Kulturdenkmal.
Rechtsschutzsaal in Bildstock, ältestes deutsches Gewerkschaftsgebäude und ein herausragendes Kulturdenkmal.

Der auf einer Anhöhe gelegene ältere Stadtteil Bildstock erstreckt sich auf dem etwa 360 Meter hohen Querriegel zwischen Hoferkopf, Kallenberg (388 Meter) und Quierschieder Kopf (361 Meter).

Um 1700 gründeten die Grafen von Ottweiler einen Gutshof. Um dieses Gehöft herum, das sich an der später danach benannten Hofstraße befand, entstand allmählich eine dörfliche Siedlung. Der Name des Ortes geht jedoch auf einen Bildstock zurück, der heute eine Statuette von Maria und dem Jesuskind enthält und sich auf einer am Ortsrand gelegenen Sandsteinkuppe, dem Hoferkopf, befindet.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Bildstock zu Mairie Neunkirchen. Während der Befreiungskriege verlief eine kurze Zeit die Staatsgrenze zwischen Frankreich und den von Österreich und Bayern verwalteten Gebieten zwischen den Ortsteilen Bildstock und Friedrichsthal.

Bildstock als Dorf zählte im Jahre 1816 ca. 61 Einwohner. Im Zuge des Bergbaus wuchs Bildstock im 19. Jahrhundert zu einer florierenden Ortschaft heran.  Mehrere Steinkohlegruben entstanden im Ortsgebiet und sorgten für eine rege Ansiedlung der Bergleute. Die durch die Steinkohle ausgelöste Wirtschaftsblüte des Ortes setzte sich im 20. Jahrhundert noch bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges fort.

Bildstock wird als Geburtsstätte der Gewerkschaftsbewegung an der Saar bezeichnet. Hier steht das älteste deutsche Gewerkschaftshaus Deutschlands – DER RECHTSSCHUTZSAAL - . Er wurde in den Jahren 1891/1892 von Nikolaus Warken (Gründer des Rechtsschutzvereins - auch Eckstein genannt) aus Hasborn bei Tholey erbaut. Der Entwurfsverfasser war der Architekt Heinrich Güth. Der Saal wurde von den Mitgliedern des Rechtsschutzvereins finanziert und unterstützt mit jeweils einer Reichsmark und zwei Backsteinen. Nikolaus Kron, Gastwirt in Bildstock und Kassierer des Rechtsschutzvereins stiftete das Grundstück. Das damals eingeschossige Back-steingebäude mit einer Grundfläche von 490 m² bot Platz für 980 Personen.

Das Versammlungshaus war für damalige Verhältnisse einmalig. Bereits im Januar 1893 ging der Rechtsschutzverein in Konkurs. Eigentümer waren eine Neunkircher Brauerei, die Königlich Preußische Bergwerksdirektion, die Saarbergwerke AG und die Stadt Friedrichsthal. Seit Mitte 1995 wurden der „Stiftung Rechtsschutzsaal“ Eigentum und Verwaltung des Gebäudes übertragen.

In den letzten Jahren hat sich die Stadt Friedrichsthal von einer Industriestadt mit all ihren Umweltproblemen zu einer liebenswerten Wohn- und Geschäftsstadt mit einer soliden Umweltstruktur und angenehmen Lebens- und Wohnbedingungen gewandelt.
Die Stadt präsentiert sich heute als eine von Wäldern umgebene und mit einem „grünen Kern“ versehene Wohn- und Geschäftsstadt. Dazu beigetragen haben zum einen die naturnahe Rekultivierung ehemaliger Bergehalden und sonstiger Bergbaustandorte. Zum anderen aber auch die gute Durchgrünung des Stadtbildes mittels Park- und Grünanlagen und liebevoll gestalteter privater Nutz- und Freizeitgärten. Daneben konnte durch die Einrichtung von Landschaftsschutz- und Naherholungsgebieten in Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen der Naherholungswert erheblich gesteigert werden.